Punkt 5

Stollen Neu-Ruhrort

Standort: Sandkuhle, nach Norden abzweigendes Seitental

Kohlengräberei und Bergbau sind in diesem Bereich schon früh, wohl um die Wende zum 18. Jahrhundert umgegangen. Regulärer Bergbau begann nach der Mitte des 18. Jahrhundert. Am 23. Juni 1769 muteten Johann Mathias Spennemann und Konsorten das Längenfeld Neu-Ruhrort. Über eine Verleihung ist aus dieser frühen Zeit nichts Genaues überliefert. Jedoch wurde kurz nach der Mutung der Betrieb aufgenommen. Der Abbau in diesem Längenfeld scheint nur sehr unregelmäßig und nur kurzfristig umgegangen zu sein. In den Jahren 1769 bis 1878 ist ein Betrieb nachgewiesen.
Im Jahr 1921 wurde das Abbaurecht Neu-Ruhrort durch die Gewerkschaft Herkules VIII aus Remscheid-Lennep angepachtet. Zu der Zeit besaß die Gewerkschaft Herkules VIII außerdem die Bergwerke der Gewerkschaft „Kleine Windmühle“ bei Sprockhövel, „Schöne Aussicht“, „von Goeben“ und „Ver. Emanuel“ bei Witten. Der 1920 begonnene Betrieb erfolgte durch den zweiten alten Stollen im Flöz Finefrau, dessen Mundloch bei 107 m über NN lag. Ein tonnlägiger Schacht wurde geteuft, dessen Fördersohle bei 20 m Teufe lag. 1921 wurden bis zum 1. August mit einer Belegschaft von 27 Mann 3.194 t Kohle gefördert. Ein weiterer tonnlägiger Schacht stand „im Abteufen“. Im Mai 1921 wurde die Kohlenförderung „wegen der Errichtung einer Brikettfabrik“ gestundet. Die Belegschaft wurde mit 40 Mann angegeben. Nach der Stilllegung kam am 1. September 1921 die Berechtsame an die Gewerkschaft Robert. Im Jahre 1943 wurde eine neue Gewerkschaft unter der Bezeichnung „Neuruhrort“ gegründet (Tafel 8).
Spuren des alten Bergbaus in diesem Bereich sind auch noch erhaltene alte Kohlentreiberwege, die den Bergbautreibenden zum Abtransport ihrer abgebauten Kohlen dienten. Diese Wege formten sich in Folge der Belastung durch Pferdefuhrwerke und Erosion zu häufig stark verschlammten Hohlwegen aus. Der Treiber lief auf der oberen trockenen Kante der Wege entlang, die heute schon längst von kräftigen Bäumen des umgebenden Waldes bewachsen sind.

Stollenpinge   Stollenpinge als Einkerbung im Hang erkennbar


Kohlentreiberweg   Reste eines Kohlentreiberwegs