Tafel 15

Pferdestall für Grubenpferde und „Piärrewiesche“

Standort: Polterberg, früher Polterberg 20 und Zwischen Polterberg und Hasenwinkelerstraße

Pferde wurden als die „treuen Helfer“ der Bergleute bezeichnet und über und unter Tage als „Lokomotiven“ im Material- und Kohlentransport eingesetzt. Zum größten Teil gehörten die in der Frühzeit des industriellen Bergbaus eingesetzten Pferde nicht den Zechen, sondern Firmen, die die Pferde an die Zechen vermieteten.
Von der Hauderei Bischoff aus Gelsenkirchen, die als größte Firma für den Verleih von über 6000 Grubenpferden auf dem europäischen Kontinent galt, wurde hier in Oberdahlhausen an der Straße Polterberg über viele Jahre hinweg eine Niederlassung (Verwalterstelle) für Grubenpferde unterhalten. Zu sehen sind heute hier auf dem Grundstück des ehemaligen Verwalterhauses und der Stallanlagen nur noch einige stark verwitterte und überwachsene Fundamente und Mauerwerksreste der ehemaligen Pferdeställe, die vor 1875 erbaut wurden. Gegenüber den Stallanlagen am Polterberg lag die „Piärrewiesche“ (Pferdewiese), die noch als Grünfläche erhalten ist. Hier wurden die Grubenpferde in der Zeit des frühen Stollenbergbaus und später beim Tiefbau nach der Schicht zu „Erholungsurlauben“ auf die Weide getrieben. Kranke oder verletzte Pferde kamen hier auch „in Kur“, um gesund gepflegt zu werden.

Pferdewiese   Belegschaft der Hauderei mit Grubenpferden